Österreich :
Bahrtuch
Bereits im Mittelalter war es Brauch, den aufgebahrten Sarg mit einem Bahrtuch zu bedecken. Die Menschen hatten Angst vor Hexen und Dämonen. Das mit christlichen Symbolen bestickte Bahrtuch sollte den Verstorbenen vor dem Zugriff der dunklen Mächte schützen. Die Adelsfamilien besaßen mitunter eigene, mit bunten Wappen in feiner Stickarbeit prächtig verzierte Bahrtücher. Aber auch Handwerkszünfte und andere Berufsgemeinschaften verfügten über entsprechende, oft in Klöstern von den Ordensfrauen gestickte Bahrtücher. Als die Kommerzialisierung des Bestatter- gewerbes erfolgte, waren es die Bestattungsunternehmen, die bei den "k.u.k. privilegierten bürgerlichen Gold- und Silberstickereibetrieben" Bahrtücher für ihre Verwendung in Auftrag gaben. Das abgebildete, aus blauem Samt mit Silberstickerei und silbernen Fransen gezierte Bahrtuch diente für die Bestattung von Ledigen. Damit waren jugendliche Personen beiderlei Geschlechts und unverheiratete Frauen bis ins hohe Alter gemeint